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Gründer des Klosters Wettingen.
Freiherr Heinrich II. von Rapperswil.

Wettinger Jesuskind.
Detail. Mariana Bucko. 14.10.2005.
Feuerwehrübung im Kloster Wettingen.
AZ. H. Dorer. 11.9.2010.

Liebe Kinder

Es gibt viele spannende Geschichten über das Zisterzienserkloster Maria Meerstern in Wettingen. Ich habe für euch diese drei Themen ausgewählt:

  1. Das Kloster Wettingen wurde 1227 gegründet.
  2. Am 11. April 1507 brannte das Kloster. Ein grosses Holzbild überlebte diesen Brand wie durch ein Wunder. Es hat den Titel "Wettinger Jesuskind".
  3. Am 11. September 2010 gab es im Kloster Wettingen eine grosse Feuerwehrübung.

Nach diesem Kapitel findet ihr zuerst ein Spiel: das Memory vom Wettinger Jesuskind. Das Memory zeigt euch in 8 Bildern die Geschichte vom Wettinger Jesuskind.

Die erste Erzählung "Felix besucht das Kloster Maria Meerstern in Wettingen" beantwortet euch diese drei Fragen:

  1. Warum wurde das Kloster Wettingen gegründet?
  2. Kennt ihr das Wettinger Jesuskind?
  3. Was geschah an der grossen Feuerwehrübung im Kloster Wettingen?

Die zweite Erzählung "Felix träumt vom Jesuskind" verrät euch das Geheimnis des Wettinger Jesuskindes.

Viel Spass!

Mariana Bucko

Memory Wettinger Jesuskind.
Memory

Das Memory "Wettinger Jesuskind" hat 8 Bilderpaare.

Du kannst das Memory selber basteln: Drucke die Vorlage aus, schneide die 16 Bilder aus, und fertig...

Bei der Vorlage findest du auch die Beschreibung der einzelnen Bilder. Du kannst das Memory zusammen mit deinen Freunden spielen und ihnen so die Geschichte von Wettinger Jesuskind erzählen.

Klicke auf das Bild links.

Eine schwarz-weisse Katze
beim Wettinger Jesuskind. 21.8.2010.

Erzählung 1:
Felix besucht das Kloster Maria Meerstern in Wettingen

Felix ist sieben Jahre alt. Er spielt gerade in seinem Zimmer mit seinem Lieblings-Feuerwehrauto. Plötzlich steht Papa an der Tür und sagt: "Felix, an deinem Namenstag gibt es im Kloster Wettingen eine grosse Feuerwehrübung. Wollen wir uns das anschauen?"

"Eine Feuerwehrübung?", staunt Felix. "Aber ist doch klar. Da muss ich dabei sein." Und schon rennt Felix zu Mama. "Mama, ich werde endlich echte Feuerwehrautos sehen. Ich möchte so gerne Feuerwehrmann werden." Mama fragt: "Machen wir vor der Feuerwehrübung einen Ausflug dorthin? Ich kenne viele spannende Geschichten über das Kloster Wettingen (Klostergründung 14.10.1227)."

Felix wird still. "Aber ich will nur die Feuerwehrautos sehen. Ein Kloster ist doch nicht spannend." Papa verrät: "Das Kloster Wettingen brannte am Barmherzigkeitssonntag vor über 500 Jahren. Du findest heute noch geheimnisvolle Spuren vom Brand." Felix ist neugierig: "Geheimnis? Spuren? Wenn ich nicht Feuerwehrmann werde, dann werde ich Detektiv oder Polizist. Ok! Wann gehen wir ins Kloster? Heute? Morgen?"

Am nächsten Tag macht sich die Familie auf den Weg. Felix ist überrascht: "Ich sehe einen hohen Turm. Und hier liegen so viele Kastanien auf dem Boden. Und dort ist ein Spielplatz." Felix weiss gar nicht mehr, wo er zuerst hinrennen soll. Es gibt so viel zu entdecken. Mama ruft ihn: "Felix, komm, wir gehen in die Klosterkirche. Da gibt es etwas Interessantes." Mama zeigt auf ein riesiges Bild, das an der Wand hängt. Felix muss sich richtig strecken: "Das Bild hängt aber ganz schön hoch. Oh, ich sehe ja ein riesiges Holzschiff. Und Wellen. Der Himmel ist ganz schwarz. Aber rechts ist ein heller Stern. Auf dem Schiff steht ein Ritter. Er hebt die Arme nach oben. Was ist das, Mama?" Mama erzählt: "Auf dem Bild erkennst du Ritter Heinrich II. von Rapperswil. Er war in einem Sturm und betete."

Felix ist begeistert: "Endlich. Eine Rittergeschichte." Mama antwortet: "Nicht ganz. Heinrich lebte vor etwa 800 Jahren. Er wollte die Orte sehen, wo Jesus gelebt hatte: Bethlehem, Nazareth, Jerusalem. Er machte eine grosse Reise und musste dabei viel reiten und mit dem Schiff fahren." Felix will mehr darüber wissen: "Mit dem Pferd? Warum stieg er nicht einfach in das Flugzeug ein?" Mama erklärt: "Damals gab es keine Flugzeuge, Züge oder Autos. Einmal, als Heinrich eine Schifffahrt machte, gab es einen fürchterlichen Meeressturm. Riesige Wellen, Wind, Blitz, Donner, Regen. Heinrich hatte Angst zu ertrinken. Sein Herz blieb vor Schreck beinahe stehen. Da begann er zu beten. Er bat Maria um ihre Hilfe."

Papa ergänzt: "Heinrich wollte Maria ein Geschenk machen, falls er den Sturm überlebt." Felix staunt: "Ein Geschenk?" Papa fährt fort: "Ja, er wollte Maria ein Kloster schenken. Und in dem Moment, als er das sagte, da funkelte am dunklen Himmel plötzlich ein Stern. Der Wind wurde immer schwächer. Das Meer beruhigte sich. Das Unwetter war vorbei. Heinrich war gerettet."

Mama erzählt: "Ja, aber als Heinrich wieder Zuhause war, vergass er sein Versprechen. Eines Nachts sah er im Traum einen Engel. Heinrich erinnerte sich wieder an das Geschenk für Maria. Er machte sich auf die Reise, um einen schönen Platz für das Kloster zu suchen. Nach einiger Zeit blieb sein Pferd plötzlich stehen und bewegte sich nicht mehr." Felix ist ratlos: "Ist das Pferd krank?" Mama lächelt: "Nein. Am Himmel leuchtete ein heller Stern wie damals als Heinrich im Sturm war. Da wusste Heinrich, dass hier der beste Ort für sein Kloster ist."

Papa verrät: "Heinrich wurde Zisterziensermönch und später Priester. Er ist hier begraben. Willst du wissen, wo genau?" Felix antwortet: "Ich finde Gräber nicht spannend. Das ist gruselig." Papa nimmt ihn an die Hand: "Hab keine Angst. Das Grab von Heinrich ist im Kreuzgang. Dort gibt es auch noch etwas Geheimnisvolles zu sehen." Felix ist neugierig: "Ich mag Geheimnisse. Was ist es?" Wenige Minuten später zeigt Papa im Kreuzgang auf eine Tür: "Das ist die Tür zum Kapitelsaal. Dort hat Heinrich sein Grab (Todestag 30.1.1246)." Felix bleibt nicht stehen: "Ich gehe lieber weg von hier. Was ist das Geheimnis? Ist es das? Oder das?" Er bewundert die farbigen Glasmalereien.

Plötzlich winkt er Papa zu: "Komm schnell, aber sei leise." Papa und Mama staunen. Sie trauen ihren Augen kaum. Felix zeigt auf eine grosse Katze, die auf einem Bild sitzt: "Papa, mach schnell ein Foto. Das sieht so lustig aus." Papa wundert sich: "Weshalb setzt sich eine Katze ausgerechnet auf den oberen Bilderrahmen des Wettinger Jesuskindes? Schaut, wie sie sich wohl fühlt." Doch dann macht die Katze "Miau" und springt mit einem Satz vom Bild herunter. Felix schreit: "Die Katze. Sie rennt weg." Mama beruhigt Felix: "Schau mal, auf dem Bild kleben einige Haare der Katze. Ich nehme sie weg."

Papa lacht: "Das war aber seltsam. So Felix, jetzt verrate ich dir ein Geheimnis. Siehst du die braunen Flecken auf dem Holzbild? Das sind Glutlöcher. Sie entstanden beim Klosterbrand von 1507 (11.4.1507). Es war der Sonntag nach Ostern. Die Flammen berührten das Holz. Das Bild aber verbrannte nicht." Felix macht grosse Augen: "Aber Holz brennt doch. Hat die Feuerwehr das Bild gerettet?" Papa ergänzt: "Nein, damals konnte die Feuerwehr nicht mit einem Löschfahrzeug schnell zum Feuer fahren. Das dauerte sehr lange, weil es keine Autos gab."

Felix stellt sich auf die Zehenspitzen, um das Bild besser zu erkennen: "Ich sehe einen Jungen. Er ist ja so alt wie ich. Aber der Arme. Er ist ganz nackt. Er hat sicher kalt. Der Bub sitzt auf einem roten Kissen. Er schaut in den Himmel. Und da ist noch eine grüne Wiese. Wer ist das?" Mama erklärt: "Dieses Kunstwerk entstand vor über 500 Jahren. Ein Künstler malte das Jesuskind. Siehst du auch dieses geheimnisvolle Glutloch?" Felix seufzt: "Nein, ich bin zu klein." Mama hebt Felix hoch und zeigt auf die linke Brust des Jesuskindes: "Hier ist es, Felix. Dieses Glutloch sieht aus wie ein Herz." Felix ist überrascht: "Ja. Und es ist auch dort, wo das Jesuskind sein Herz hat." Papa fügt hinzu: "Dieses Kloster ist sehr wertvoll. Es noch gibt viele andere Kunstwerke, die man schützen muss, wenn es brennt. Darum gibt es am Samstag die Feuerwehrübung (11.9.2010)." Felix ist aufgeregt: "Wie viel Mal muss ich noch schlafen?" Papa antwortet: "Noch sechs Mal."

Am Samstag steht Felix mit vielen Menschen vor dem Kloster Wettingen. Plötzlich ruft Felix: "Rauch. Aus dem Kreuzgang kommt Rauch. Feuer. Es brennt." Wenige Minuten später staunt er: "Ich höre Sirenen. Feuerwehrautos. Krankenwagen. Mit Blaulicht." Alles geht schnell. Felix blickt zum Kirchturm: "Die Feuerwehrmänner sind ja im Himmel. Wasser kommt von oben." Da rennen zwei Feuerwehrmänner mit Atemschutz an Felix vorbei. Sie retten das Wettinger Jesuskind vor den Flammen. Felix zupft Papa am Ärmel: "Ich werde Feuerwehrmann. Ganz sicher. Heute ist das zum Glück nur eine Übung. Aber wenn es einmal richtig brennt, dann will ich das Jesuskind retten. So wie die Feuerwehrmänner heute."

Am Abend liegt Felix ganz müde im Bett. Er flüstert: "Mama, weisst du was ich mir zu Weihnachten wünsche? Ich wünsche mir einen Teddybär mit dem Bild vom Jesuskind. Weisst du, so einen Teddy, wie mit dir und Papa. Ich habe euch und das Jesuskind lieb. Gute Nacht."

Skizze des Wettinger Jesuskindes
zur Darstellung der Brandspuren. 2010.
Erzählung 2:
Felix träumt vom Jesuskind

In der Nacht hat Felix einen ganz besonderen Traum. Er träumt vom Jesuskind:

"Felix, schläfst du?", fragt eine Kinderstimme. Felix wacht auf und öffnet seine Augen. Es ist dunkel in seinem Zimmer. "Felix, schläfst du?", flüstert jemand. Felix setzt sich auf. "Felix, schläfst du?" Nun ist Felix hellwach und antwortet: "Jetzt bin ich wirklich wach! Wer ist denn da? Ich kann niemanden sehen."

Plötzlich entdeckt Felix eine kleine Flamme. "Es brennt!", ruft Felix. "Aber nein… Ich bin es, das Jesuskind. Erkennst du mich nicht? Du hast mich doch vor einigen Tagen im Kloster Wettingen besucht! Deine Eltern haben dir mein Eucharistisches Herz gezeigt." Felix antwortet: "Ja, jetzt erinnere ich mich. Das war kurz vor der spannenden Feuerwehrübung."

Da erschrickt Felix: "Aber liebes Jesuskind, dein Herz brennt! Die kleine Flamme, die ich sehe, kommt direkt aus deinem Herzen heraus. Und sie wird immer grösser." Das Jesuskind beruhigt Felix: "Die Flamme tut uns nichts. Im Gegenteil! Sie zeigt dir, wie sehr ich dich lieb habe. Hast du mich auch lieb?" Felix zögert keine Sekunde: "Ja, mein Jesuskind, ich habe dich auch lieb."

Das Jesuskind setzt sich zu Felix. "Felix, ich habe eine grosse Bitte an dich. Ich bin so klein wie du. Manchmal sehen die Menschen mich gar nicht. Kennst du das?" Felix wird traurig: "Ja… Ich bin in meiner Schulklasse der Kleinste und manchmal lachen mich die Kinder darum aus."

"Felix, willst du mein Freund sein?", flüstert das Jesuskind. Felix macht grosse Augen: "Ich? Dein Freund? Aber klar! Spielen wir auch zusammen?" Das Jesuskind zeigt auf sein Herz: "Siehst du wie die Flamme immer grösser wird? Ich freue mich, dich als Freund zu haben. Du kannst mit mir über alles reden. Ich höre dir immer zu. Ich tröste dich, wenn die Kinder dich auslachen."

Felix ist begeistert: "Ich habe einen Freund! Auch ich will dich trösten, wenn die Menschen dich nicht sehen. Aber wie mache ich das?" Das Jesuskind umarmt Felix und drückt ihn an sein Herz: "Sage mir, dass du mich lieb hast." Felix wiederholt es: "Ich habe dich lieb." Das Jesuskind blickt Felix in die Augen und antwortet: "Danke! Ich sage dir nun, wie wir zusammen spielen können. Kennst du mein Versteck?"

Felix ist neugierig: "Aber wenn du es mir sagst, dann weiss ich ja, wo du bist!" Das Jesuskind erklärt: "Genau darum verrate ich dir ja mein Versteck! Damit du mich immer findest, wenn du ganz klein bist. Weisst du, wann ich am kleinsten bin?" Felix ist ratlos. Das Jesuskind steht auf: "Ich bin im Tabernakel in der Kirche am kleinsten. Besuche mich immer wieder. Ich warte auf dich. Die rote Kerze im Kloster Wettingen zeigt dir mein Versteck. Das ist unser Geheimnis, mein kleiner Freund!"

Auch Felix steht auf: "Wohin gehst du jetzt, Jesuskind?" Das Jesuskind dreht sich um und winkt Felix zu: "Ich besuche jetzt einen anderen Freund. Ich habe viele Freunde. Ich freue mich auf deinen Besuch."

Plötzlich öffnet sich die Türe des Zimmers. "Guten Morgen, Felix! Mit wem redest du? Komm, heute ist Sonntag und wir wollen in die Kirche zur Heiligen Messe gehen.", sagt Mama. Felix strahlt: "Kann ich heute meinen Freund im Kloster Wettingen besuchen?" Mama staunt: "Im Kloster Wettingen? Wer ist denn dein Freund?" Felix zeigt auf das Foto des Wettinger Jesuskindes: "Das Jesuskind im Tabernakel!"

Feuerwehrübung im Kloster Wettingen.
11.9.2010.

Prospekt der Kurzgeschichten mit Felix:
Felix + Wettinger Jesuskind

Du kannst die zwei Kurzgeschichten mit Felix auch als Prospekt ausdrucken.

Klicke auf das Bild links.

Weisst du, warum der Junge in den Geschichten "Felix" heisst? Felix heisst "der Glückliche". Ich habe diesen Namen gewählt, weil die grosse Feuerwehrübung im Kloster Wettingen am 11. September stattfand. Das ist der Gedenktag der Heiligen Felix und Regula. Die Geschwister glaubten ganz fest an Gott.